Praxis
02_2007
Die KreditServices Nord will weitere Synergien anstoßen
Kreditbearbeitung und Darlehensbuchhaltung lassen sich noch günstiger abwickeln, ist Andreas Meyer, Geschäftsführer der KreditServices Nord, überzeugt. Ein weiterer Schritt auf dem Weg dorthin: die Einführung der Zentralen Produktionsplattform der FinanzIT.
Deutlich kostengünstiger als bisher ist die Kreditsachbearbeitung in der KreditServices Nord schon heute. Die betriebswirtschaftlichen Vorteile, die sich derzeit bei Auslagerung der Kredit- und Darlehensbuchhaltung an den Dienstleister ergeben, resultieren vor allem aus der Mengenbündelung und der routinierten Abwicklung durch hochspezialisiertes Personal.
Andreas Meyer, Geschäftsführer der KreditServices Nord, ist überzeugt: „Bei der Kreditsachbearbeitung sind noch weitere Kostenreduzierungen möglich. Es besteht noch erhebliches Standardisierungs- und Optimierungspotenzial.“ Auf 30 bis 40 Prozent schätzt er dieses – und das, „obwohl sich unsere Mandanten in der Vergangenheit bereits intensiv mit der Optimierung ihrer Prozesse befasst haben“.
Weitere Skaleneffekte in der Kreditsachbearbeitung zu heben, ist aus Meyers Sicht umso dringlicher, als der Margendruck – insbesondere in der privaten Baufinanzierung – kontinuierlich zunimmt. Und nicht nur das: „Aufgrund hochstandardisierter Produkte und schlanker Prozesse weisen die Wettbewerber außerdem günstigere Kostenstrukturen auf und können so attraktivere Angebote machen“, betont er.
Einheitlicher, vereinfachter Zugriff
Potenziale für weitere Kostenreduzierungen liegen unter anderem in der IT-Infrastruktur der Fabrik. Die flächendeckende Einführung der zentralen Produktionsplattform (ZPP) soll die KreditServices Nord nun einen „deutlichen Schritt nach vorne bringen“. Denn während der Dienstleister den Kreditprozess für seine Mandanten heute noch mit unterschiedlichen Anwendungen und Infrastruktur-Plattformen bearbeitet, kann er seine Hardware zukünftig mandantenübergreifend einsetzen.
„Die Zentrale Produktionsplattform hat den Vorteil, dass wir einen einheitlichen und vereinfachten Zugriff auf unsere Mandanten bei der FinanzIT erhalten“, erklärt Meyer. Dafür hat die FinanzIT die ZPP für Institute weiterentwickelt und um eine Menüsteuerung für Fabriken ergänzt. Ab Herbst wird die KreditServices Nord diese Funktionalitäten einsetzen.
Kostenvorteile für die Mandanten
Die Mandanten werden von den technischen Veränderungen nichts spüren, jedoch von den Kostenvorteilen profitieren: Denn die Kosten für den Basisanschluss werden nur der KreditServices Nord, nicht aber den einzelnen Mandanten in Rechnung gestellt. Damit reduziert sich die Zahl der Anschlüsse für den einzelnen Mandanten.
ZPP ist nicht nur unter Kostengesichtspunkten ein wichtiger Schritt. Mit der direkten technischen Anbindung an den IT-Dienstleister entsteht zugleich eine neue Geschäftsbeziehung zwischen Fabrik und FinanzIT. Geregelt wird diese im so genannten Rahmenvertrag, den FinanzIT und KreditServices Nord schließen. Zentraler Punkt darin: Die KreditServices Nord wird Kunde der FinanzIT und erhält einen neuen Status: den eines technisch selbstständigen Unternehmens mit eigener Institutsnummer.
Damit einher geht die Möglichkeit der Verlagerung von Zuständigkeiten von den Instituten auf die Fabrik. „Wenn sich Institute, die sich als Vertriebssparkasse aufstellen, von allen Nicht-Vertriebsaktivitäten trennen oder zumindest diese Option prüfen, ist das eine logische Konsequenz“, betont Meyer.
Bislang bestand ausschließlich eine Geschäftsbeziehung zwischen Sparkassen und IT-Dienstleister – mit für das Tagesgeschäft der KreditServices Nord erheblichen Konsequenzen: Traten Probleme mit einer Anwendung auf, musste sie ihren Mandanten benachrichtigen und dieser die FinanzIT. Dies wird jetzt entscheidend einfacher: „Bei Schwierigkeiten können wir direkt auf die FinanzIT zugehen und gemeinsam eine Lösung suchen“, beschreibt Meyer die Vorteile des nun deutlich schlankeren, zeitsparenden Prozesses.
Dass der von der KreditServices Nord eingeschlagene Weg der richtige ist, davon ist Meyer überzeugt. Doch weiß er auch, dass die Kostenvorteile, die eine Fabrik bieten kann, erst mit einem noch höheren Standardisierungsgrad zum Tragen kommen. Etwa mit der elektronischen Kreditakte, wie sie die Mandanten der KreditServices Nord zurzeit pilotieren. Ideal wäre aus seiner Sicht auch, nur noch mit einer Anwendung in der Kreditsachbearbeitung zu arbeiten – schon allein deshalb, weil alle Mitarbeiter dasselbe Know-how hätten und Belastungsspitzen leichter auszugleichen wären.
Standardisierung vorantreiben
„Wir haben ein hohes Interesse, die Standardisierung mit voranzutreiben“, lässt er deshalb keinen Zweifel. „Standard bedeutet auch immer, ein Stück weit Individualität aufzugeben“, bringt er es auf den Punkt. „Darüber muss sich ein Institut, das unsere Leistungen nutzt, klar sein. Der Handlungsspielraum wird enger, kostenmäßig ist hingegen eine deutliche Entlastung zu verzeichnen.“ //
ist Geschäftsführer der KreditServices Nord. Er will mit der ZPP die Kosten der Kreditsachbearbeitung weiter senken.
Kontakt: andreas.meyer(at)kreditservices-nord.de
Was die KreditServices Nord (KSN) bietet
Die KreditServices Nord (KSN) GmbH ist Dienstleister für alle Aufgaben im Bereich Marktfolge Kredit des Retailgeschäfts. Sie entstand im Herbst 2005 mit dem Ziel, die Kreditbearbeitung institutsübergreifend zu bündeln und die Institute beim erfolgreichen strategischen Umbau zu reinen Vertriebssparkassen zu unterstützen.
Neben den beiden Gründungsmandanten, der Sparkasse Hannover und der
NORD/LB, wird zum 1. Oktober 2007 auch die OstseeSparkasse Rostock die Nachbearbeitung des privaten Kreditgeschäfts sowie die gesamte Darlehensbuchhaltung an die KreditServices Nord auslagern. Über 300.000 Darlehenskonten wird die KreditServices Nord dann betreuen.
Darüber hinaus ist die KSN bereits für eine Reihe weiterer Sparkassen in folgenden Aufgabengebieten tätig: - Auswertung von Jahresabschlüssen (inklusive Kapitaldienstgrenzenberechnung und Analyse)
- Datenerfassung für das SicherheitenManagementSystem
- Unterstützungsdienstleistungen für die Migration auf die neue Darlehensbuchhaltung (insgesamt sieben Experten der KSN sind bei den Sparkassen bzw. der FinanzIT eingesetzt)
Steckbrief:
KreditServices Nord - Bilanzsumme der Mandanten > 30 Mrd. EUR
- Darlehenskonten rd. 300.000
- Mitarbeiter 330
- Gesellschafter NORD/LB, Sparkasse Hannover
- Standorte Hannover, Braunschweig und Bad Doberan (ab 1. Oktober 2007)
- Mandanten Sparkasse Hannover, NORD/LB, Sparkasse Celle, Sparkasse Osterode am Harz, OstseeSparkasse Rostock (ab 1. Oktober 2007)
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