Titelthema
02_2007
Durch sein hohes Einsparungspotenzial hat Modell P hohe Priorität und folgt einem stringenten Zeitplan.
Richtig ist: Himalaya/FDL deckt bereits einen großen Teil der Prozesse im Passiv-bereich ab, speziell, seit übergreifende Funktionen wie die digitale Unterschrift und die elektronische Archivierung integriert sind. Dadurch laufen viele Standardprozesse im Modell P vollständig medienbruchfrei ab. Sie sind Beweis dafür, dass ein Fallabschluss in der IT einen deutlichen Beitrag zur Prozessoptimierung und Kostensenkung leistet.
Zurzeit sind im Schnitt 12 Prozent der personellen Kapazitäten einer Sparkasse in den Serviceprozessen zur Bearbeitung des Passiv- und Dienstleistungsgeschäfts gebunden. Um zu effizienten und kundenorientierten Abläufen zu kommen, die Kosten nachhaltig zu reduzieren und die vertrieblichen Aktivitäten zu intensivieren, wurden in Modell P vier Kernstellhebel identifiziert:
- Prozesse entflechten,
- Prozesse vereinfachen,
- Servicequalität und Vertriebskraft stärken sowie
- Organisation effizient und serviceorientiert ausrichten.
Mit Blick darauf entstanden Prozessbeschreibungen und Vorschläge für die Aufbauorganisation, aber auch Werkzeuge zur Kapazitätsmessung und ein Musterprojektplan. Dabei zeigte sich schnell: Das Ziel der nachhaltigen Kostensenkung ist nicht ohne intensive Einbeziehung der IT-Systeme in die weitere Prozessoptimierung zu erreichen – schon deshalb nicht, weil die meisten der betroffenen Prozesse stark von den Rechenzentren unterstützt werden. Für einige Rationalisierungsansätze mussten daher zunächst die Voraussetzungen in den Abwicklungssystemen geschaffen werden, bevor die FDL-Prozesse Modell P-konform überarbeitet werden konnten.
Im konzeptionellen Teilabschnitt des Projekts wurden 104 IT-Stellhebel definiert, 51 davon sind für die FinanzIT relevant. Sie betreffen sämtliche Passivbereiche, von Giro (Prüfung, ob ein aufzulösendes Konto Referenzkonto für ein anderes Produkt wie Zinsgutschrift oder Safegebühren ist), über Spar (Einzug von Einmalanlagen oder Sparbeiträgen bei Banken und Sparkassen) bis hin zu Vollmachten (prozessgestützte Einrichtung und Bearbeitung von Sparkassen-Vorsorgevollmachten).
Dank hoher Einsparungen kurze Amortisationszeiten
Noch während der Pilotierung wurden – in Abstimmung mit allen Beteiligten – die Anforderungen konkretisiert, priorisiert und die Aufwände für die Umsetzung von der FinanzIT beziffert. Aufgrund der hohen strategischen Bedeutung von Modell P sind 15 Anforderungen bereits 2006 in Produktivbetrieb gegangen. Weitere acht folgen im ersten Halbjahr 2007.
Das restliche Anforderungspaket teilt sich etwa zur Hälfte in zwei Kategorien auf. In die erste fallen alle Punkte, die strategischen Charakter haben und nicht im Rahmen von Pflegemaßnahmen abzuarbeiten sind: etwa neue, verbesserte FDL-Prozesse für das Online-Banking sowie Einzugsaufträge für Konten. Bei entsprechender Auftragserteilung werden sie in FDL-Release 4.0 verwirklicht.
Zur zweiten Kategorie gehören jene IT-Anforderungen, die zwar im zentralen DSGV-Projekt Modell P formuliert sind, aber nach Einschätzung im FinanzIT-Verbund aus Kosten-Nutzen-Aspekten nicht sinnvoll umzusetzen sind. Sie werden vermutlich in überschaubaren Zeiträumen nicht beauftragt. Betroffen sind etwa Prozesse für die Safeverwaltung.
Durch die frühzeitige Einbeziehung aller Projektbeteiligten ist es gelungen, dass viele der für die Prozessoptimierung aus dem Modellprojekt gewonnenen Erkenntnisse und IT-Lösungen zum Rollout verfügbar sind. Dadurch sind die Institute in der Lage, die aus Modell P resultierenden Kosteneinsparungen zeitnah auszuschöpfen, sodass sich der Aufwand schnell amortisiert.
Das Interesse an der Umsetzung von Modell P ist sehr hoch. In Niedersachsen beabsichtigen laut einer Umfrage des SVN, 30 von 48 Instituten Modell P umzusetzen. Die Schwerpunkte liegen dabei auf der Prozessoptimierung, dem neuen Kontrollmodell und der elektronischen Unterschrift. //
ist im Fachbereich Organisation/Prozesse beim Sparkassenverband Niedersachsen (SVN) zuständiger Ansprechpartner für Modell P.
Kontakt: peter.kessler(at)svn.de
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