Single Euro Payment Area (SEPA)
Am 1. Januar 2008 treten die ersten Harmonisierungen und Standardisierungen im europäischen Zahlungsverkehr in Kraft. Dann wird die Single Euro Payment Area (SEPA) in 31 EU-Staaten Wirklichkeit.
Der einheitliche europäische Zahlungsverkehrsraum, die Single Euro Payment Area (SEPA), ist für Privat- und Firmenkunden, aber auch für die Kreditinstitute als Zahlungsverkehrsabwickler eine der größten Chancen der nächsten Jahre, sich neue Märkte zu erschließen“, darin ist sich Bernd M. Fieseler, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), sicher.
Privatkunden können noch leichter als bisher grenzüberschreitend bezahlen und an mehr Stellen als in der Vergangenheit Geld abheben. Europaweit aktive Unternehmen können mit SEPA ihr Konto- und Liquiditätsmanagement verbessern. Und für die Kreditinstitute bietet sich die Möglichkeit zur weiteren Konsolidierung der Zahlungsverkehrsabwicklung über die Ländergrenzen in Europa hinweg.
Bereits seit Anfang 2006 arbeiten rund 200 Experten aus den Verbänden, Landesbanken, Sparkassen und Rechenzentren an der Implementierung neuer paneuropäischer Zahlungsverkehrsprodukte. Damit ist gewährleistet, dass die Kunden der Sparkassen-Finanzgruppe pünktlich zum Jahresanfang SEPA-Zahlungen veranlassen und empfangen können. Das gilt allerdings nur für Überweisungen und Kartenzahlungen.
Die Einführung des SEPA-Lastschriftverfahrens wird sich noch bis Ende 2009 verzögern. Erst müssen die EU-Mitgliedstaaten die Ende April vom Europäischen Parlament beschlossene „Richtlinie über Zahlungsdienste“ in nationales Recht umsetzen. Denn die SEPA-Lastschrift stellt das größte Novum des einheitlichen europäischen Zahlungsverkehrsraums dar. Privatkunden können dadurch europaweit gültige Einzugsermächtigungen ausstellen und somit einfach und bequem grenzüberschreitend Rechnungsbeträge einziehen lassen.
Dagegen sind Kartenzahlungen für die Kunden der Sparkassen schon heute an mehr als 85 Prozent aller Geldautomaten und Terminals in Europa möglich. Diese Akzeptanz wird durch SEPA noch weiter gesteigert. Zumal die SparkassenCards bereits seit 2003 den für SEPA-Kartenzahlungen notwendigen Chip tragen. Ein Kartenumtausch bleibt den Kunden daher erspart. Auch die Händler, die mit der Sparkassen-Finanzgruppe zusammenarbeiten, dürften mehrheitlich bereits SEPA-fähige, moderne Hybrid-Terminals haben. Das bewährte electronic-cash-System bleibt also erhalten.
Das Ziel der deutschen Kreditwirtschaft ist es allerdings, die Effizienz der bislang nationalen Debitkartensysteme auch bei SEPA-Kartenzahlungen in möglichst großem Umfang zu nutzen. Daher wird das electronic-cash-System künftig mit anderen europäischen Systemen vernetzt. Durch bilaterale Vereinbarungen mit anderen nationalen Partnersystemen wird die gegenseitige Akzeptanz der Karten ermöglicht. Die Abwicklung der Transaktionen kann dann auf direktem Wege erfolgen. Das Co-Branding mit MasterCard oder Visa wird damit jedoch nicht aufgegeben. Auch in Zukunft wird die Zusammenarbeit
mit Maestro (MasterCard) die weltweite und mit VPay (Visa) zumindest die SEPA-weite Akzeptanz der Bankkarten-Kunden sicherstellen.
„Mit zehn Prozent des gesamten europäischen Zahlungsverkehrs hat die Sparkassen-Finanzgruppe bereits heute den größten Marktanteil in diesem stark fragmentierten Markt“, betont DSGV-Vorstand Fieseler. Der einheitliche Zahlungsverkehrsraum biete den öffentlichen Instituten daher viele Chancen. „Unsere Leistungsfähigkeit und unser Know-how können wir nun aufgrund der einheitlichen Standards europaweit vermarkten.“