Titelthema
03_2007
Cash Recycler optimieren die Prozesskosten
SB-Einzahlungen sind bereits heute ein Erfolg. Verbesserungen rund um das Cash Recycling beschleunigen nun diesen Siegeszug. Schon heute fungiert jeder zehnte Geldautomat auch als Einzahler.
Von den gut 55.000 Geldautomaten, die in deutschen Sparkassen und Banken stehen, sind etwa 6.000 zugleich Einzahlsysteme. Über die Hälfte davon ist technisch in der Lage, das Geld erneut in Umlauf zu bringen, nach Prüfung auf Fitness und Fälschung.
Im Vergleich zu Europa und den USA nimmt die Bundesrepublik damit eine Spitzenstellung ein. Das ist insofern erstaunlich, als diese Technik es im internationalen Vergleich schwer hatte, sich durchzusetzen.
„Neue Filialkonzepte und der wachsende Druck zur Prozesskostenoptimierung – verbunden mit technischen Neuerungen wie FinanzIT FOnet zur Verknüpfung von Kasse und Selbstbedienung – haben, so Jörg Mewes, Produktmanager SB-Systeme in der FinanzIT, dem Cash Recycling die nötige Schubkraft gegeben, um in der Fläche Fuß zu fassen.“ Nach dem schwierigen Start 2002 ist sie inzwischen den Kinderschuhen entwachsen. Mehr und mehr ersetzen Recyclingsysteme monofunktionale Geldautomaten, in großen wie auch kleinen Instituten.
Nicht umsonst erwarten daher die Marktforscher von Retail Banking-Research, dass sich nach einem relativ moderaten Wachstum von 17 Prozent zwischen 2006 und 2007 die Raten bereits auf 30 Prozent im Folgejahr steigern könnten. Bis 2010 sollen die Zuwachsraten nach aktueller Schätzung um 170 Prozent zulegen, bis 2017 sogar um 215 Prozent. Ein gutes Dutzend Jahre nach -seinem Start in Europa hätte das Recycling in der Selbstbedienung dann wohl endgültig den Durchbruch geschafft.
Zur breiten Akzeptanz hat beigetragen, dass die Recyclingautomaten inzwischen deutlich weniger störanfällig geworden sind, wozu sicher auch die intensivere Einweisung der Nutzer beigetragen hat, aber auch der Übergang von der Rollen- zur Kassettentechnik. Für sie sprechen zudem das höhere Aufnahmevolumen und die kürzeren Transaktionszeiten. Die Realisierung des integrierten Cash Recyclings der FinanzIT im vergangenen Jahr wird ihrerseits bewirken, vielleicht noch immer vorhandene Vorbehalte mancher Institute abzubauen. Nicht zuletzt wird die Bereitstellung einer Unterstützung zur maschinellen Geldautomatenabstimmung weiter die Prozesse innerhalb eines Institutes vereinfachen, sodass beispielsweise im Falle einer Differenzsuche weitergehendere Unterstützung als mit den heutigen Systemen angeboten wird.
Ebenso gibt sie Auskunft darüber, wo die Ursache für die Abweichung zu finden sein dürfte. Das gelingt durch Einbeziehung aller SB-relevanten Daten aus dem Systemumfeld. Der heute noch hohe Suchaufwand bei Differenzen entfällt damit ganz. Cash Recycler lassen sich auf diese Weise einfacher als bisher unabhängiger von den lokalen Standortbedingungen betreiben. Ein weiterer Vorteil des integrierten Cash Recycling: Mit zentraler Integration sind die Geldwäschebestimmungen leichter als bisher einzuhalten. Unzulässige Einzahlungen kann das Gerät von sich aus abweisen. Bisher fielen diese Übertretungen erst bei der Nachbearbeitung auf, die zudem sehr zeitintensiv ist.
Für die weitere Verbreitung des Cash Recycling spricht, dass es inzwischen eine Vielzahl institutsspezifischer Ausprägungen zulässt – sei es die bediente Selbstbedienung oder die Ablösung der Kassenboxen, sei es die Verlagerung von Münztransaktionen in die SB.
Selbst wenn die Münzannahme durchaus kontrovers diskutiert wird, Tatsache ist: Wer alle möglichen Bargeldtransaktionen komplett in die SB verlagern will, braucht die -Münzunterstützung, und zwar online. Die derzeit auf FinanzIT FOnet begrenzte Unterstützung wird zumeist als nicht ausreichend angesehen.
Deshalb tritt diese Thematik, nachdem sie jahrelang ein Schattendasein gefristet hat, zunehmend ins Rampenlicht. Ein gewisser Bedarf ist – abhängig von der jeweiligen Geschäftsstruktur und den geschäftspolitischen Zielen – vorhanden. Aus gutem Grund sind inzwischen Cash Recycler mit Münzfunktion oder Münzbeisteller auf den Markt gekommen.
Last but not least wird die Einbindung von Ein-/Auszahlern in das Cash Management (Tool zur Unterstützung der Bargeldlogistik und disposition) die Prozesse weiter optimieren. Eine ausgefeilte Bargeldlogistik liefert sowohl Prognosen darüber, wann ein System leerläuft, als auch über seine Aufnahmegrenze. Ist sie erreicht, geht das Gerät außer Betrieb.
Die Nachfrage weiter anheizen dürften Systeme, die mehr als vier Denominationen handhaben können. Denn: Der Markt braucht ein 5+1-Gerät, wenn die Kassen an einem Standort komplett aufgegeben werden sollen.
Sobald diese Bedingungen erfüllt sind, werden mehr Filialen als bisher recyclingtauglich werden. Die Erfahrung zeigt, dass an derzeit zehn Prozent der Standorte die eingezahlte Geldmenge in Summe und Denomination weitgehend dem ausgezahlten Notenvolumen entspricht.
Wo die Sättigungsgrenze liegt, hängt freilich sowohl von der Preisentwicklung als auch von der Akzeptanz des Recycling bei Kunden und den Geldinstituten ab. Zumindest die Sparkassen werden aufgrund des neuen Handlungsrahmens der Europäischen Zentralbank für das Banknotenrecycling das Rationalisierungspotenzial mehr und mehr erschließen.
Weitere Artikel zum Thema Cash Recycling in der update 03_2007:
|