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 Titelthema 



Der kurze Weg zum Ziel

Landessparkasse zu Oldenburg: Amortisation des Cash Recycling

 

Einsatz nur an Orten, die eine Amortisation garantieren – mit dieser Einstellung ist die Landessparkasse zu Oldenburg (LzO) ihr Recycling-Projekt angegangen. Es rechnet sich bereits in drei Jahren.

 

Das Bargeldhandling dominiert den Servicebereich. Diese Erkenntnis veranlasste die LzO, sich seit 2005 verstärkt mit dem Thema Cash Recycling zu beschäftigen. Untersuchungen hatten gezeigt: Pro Monat musste der Servicebereich in den 122 Filialen knapp 230.000 Ein- und Auszahlungen abwickeln. Allein bei den Einzahlungen laufen etwa 48 Millionen Euro über die Kassenschalter. Rund 70 Prozent lassen sich ohne weiteres automatisieren.

 

„Eine Verlagerung der Bartransaktionen, auch der Einzahlungen, war notwendig“, erkannte Projektleiter Roland Otten, bei der LzO stellvertretender Direktor, sehr frühzeitig aufgrund der erhobenen Daten. Die Rechnung war leicht aufgemacht. Ein Mitarbeiter im Service kostet laut Betriebsvergleich (2006) bei Vollkostenbetrachtung rund 50.000 Euro jedes Jahr, ein Recycler inklusive Lizenzen, Installation und Einbaurahmen zirka 50.000 Euro.

 

Eine manuelle Einzahlung am Service-point nimmt im Schnitt vier Minuten in Anspruch. Das bedeutet, dass durch Verlagerung in die Selbstbedienung zweistellige Mitarbeiterkapazitäten im Service einzusparen sind, inklusive Nachttresorbearbeitung. Zudem konnten 15 Geldauszahler, die ohnehin ersetzt werden mussten, durch Recycler-Installationen kompensiert werden.

 

Dem stand zunächst die Aufstellung von 27 Recycling-Automaten bis heute gegenüber. Insgesamt hatte die LzO 31 Standorte ausgemacht, an denen die aktuellen Volumen für eine Automatisierung sprechen. Ab 800 manuellen Einzahlungen im Monat rechnet sich die Einführung. Ab 1.600 Geschäftsvorfällen dieser Art wird sogar ein zweites Gerät fällig.

 

Dementsprechend wird die absolute Zahl dieser kombinierten Ein-/Auszahler im rollierenden Verfahren 2008 auf 46 steigen. Im Endausbau rechnet Otten sogar mit weiterem Ausbau auf etwa 70 bis 80 Einheiten als letzte Grenze.

 

Den Zuschlag bekam der Banknotenrecycler von KEBA aufgrund seiner geringen Revisionsfläche von unter zwei Metern. Sie erwies sich nach eingehender Marktbetrachtung als KO-Kriterium für andere Anbieter. Für ihn sprachen zudem die ausgefeilte Kassettentechnik von Hitachi, die im Gehäuse steckt, sowie die einfache Bedienbarkeit. Auch in der Kundenverfügbarkeit, die im vergangenen Drei-Monats-Zeitraum zwischen 97,5 und 98,1 Prozent lag, kann das Gerät der KEBA punkten. Die Kundenverfügbarkeit unterscheidet sich somit nur unwesentlich von monofunktionalen Geldausgabeautomaten.

 

Im praktischen Betrieb erfüllten sie alle Erwartungen, übertrafen sie sogar an einigen Stellen. Im schlechtesten Fall, davon waren die Bankstrategen ausgegangen, amortisiert sich der Gerätepark in der ersten Phase in gut drei Jahren. Die Kennzahlen der Pilotfiliale Ganderkesee sprachen jedoch eine andere Sprache. „Nach vier Monaten waren die Ziele bereits erfüllt“, konnte Otten melden.

 

Von 1.011 Einzahlungen im Februar 2006 sank die Zahl bis Juni auf 394, ohne dass sich eine Sättigung abzeichnet. Zeitgleich stieg die Zahl der Einzahl-Recycler-Transaktionen von null auf 611. Hand in Hand damit ging die Anpassung des Personalbestands, der sich aus der dynamischen Bedarfsrechnung ableitet.

 

Der traditionellen Kasse am Servicepoint selbst bleiben vorrangig das Wechsel- und Münzgeschäft vorbehalten, da die LzO FOnet noch nicht einsetzt. Doch auch ohne die Kassenersatzsoftware „ist es uns gelungen, die Einzahlungen deutlich herunterzufahren und den manuellen Aufwand in der Filiale drastisch zu reduzieren“, so Otten. Er erwartet, dass sich die Investition in die Recycling-Technik in
zweieinhalb bis drei Jahren rechnet, bei weiterem Ausbau sogar in noch kürzeren Zeiträumen.

 

Künftig denkbare Einsparungen schreibt er allerdings eher dem Abbau der heute noch in jeder Filiale vorhanden automatischen Kassentresore zu. Sie können wegfallen, sobald FOnet eingeführt ist, auf dem Weg zur vielleicht eines Tages bargeldfreien Geschäftsstelle.

 

Doch trotz aller guten Erfahrungen sieht Otten noch Raum für Verbesserungen. Er vermisst vor allem echte Herstelleralternativen, die aber derzeit im Rahmen der „2+1-Strategie“ nicht möglich sind.

 

Wünschenswert wäre eine weitere Marktöffnung der FinanzIT, was mit Sicherheit einen positiven Einfluss auf die derzeitigen Marktpreise hätte. „Konkurrenz belebt das Geschäft!“

 

  • Roland Otten,
    stellvertretender Direktor der LzO, erkannte schon früh die Einsparpotenziale durch Cash-Recycling.

    Kontakt: roland.otten@lzo.com

Steckbrief Landessparkasse zu Oldenburg

DBS 2006: 7.187.666 TEUR
Konten (Giro): 290.694
Mitarbeiter: 1.717
Geschäftsstellen: 122
SB-Stellen: 15
Geldautomaten: 164
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Geschäftsbericht 2007

Der Geschäftsbericht 2007 liefert  Details über das zurückliegende Geschäftsjahr und informiert über die FinanzIT-Geschäftsfelder.

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Letzte Aktualisierung: 07.11.2007