Titelthema
03_2007
Sparkasse Hannover: Optimierung der SB-Landschaft
Es lohnt, den gesamten SB-Bereich unter Kostenaspekten unter die Lupe zu nehmen. Die Sparkasse Hannover brachte es mit dem Umstieg auf Cash Recycling und einer Optimierung der SB-Landschaft auf Einsparungen in Höhe von mehreren tausend Euro.
Am Anfang stand eine Ist-Aufnahme, als die Sparkasse Hannover ihr Cash-Management-Projekt 2004 nach der Fusion gestartet hat. Insgesamt kamen 30 Punkte auf den Prüfstand. Wie hoch sind die Kassenposten insgesamt? Wie verteilen sie sich auf Ein- und Auszahlung, wie auf Kassenschalter und Selbstbedienung? Wie hoch sind die Kosten, einschließlich Betriebskosten, Personalbedarf und Abschreibungen?
Die Ergebnisse bargen für die Sparkasse einiges an Überraschungen. Sie legten nahe, das Sortengeschäft auf einige wenige Standorte zu konzentrieren, die Nachttresore abzuschaffen, Ein- und Auszahlungen – 2004 waren es insgesamt knapp 18,6 Millionen – verstärkt auf die SB überzuleiten. Jede Niederlassung bekam zudem einen Münzzähler, damit der Kunde die Geldstücke auch lose abliefern konnte.
Der endgültige Anstoß zur Umsetzung des neuen Konzepts resultierte aus dem Verbot, Kunden- und Einwurftresore aus Compliance-Gründen noch länger zu betreiben. Betroffen waren alle Geschäftsstellen.
Zu den Maßnahmen zählte auch, das Cash Recycling einzuführen. Zwar waren bereits 31 Ein-/Auszahler unterschiedlicher Provenienz im Einsatz, jedoch nur ganz wenige auch mit echter Recycling-Funktion. Der Umstieg darauf war von der Berechnung der jährlichen Nachttresorkosten für 24 Standorte ausgegangen. Mit 385.000 Euro erschienen sie unakzeptabel hoch. Für den Übergang auf das Recycling sprach zudem, dass in dem Zuge auch die Twindepots abgebaut werden konnten.
Die kurzzeitige Erwägung, auf reine SB-Einzahler institutsweit zu setzen, verwarf die Sparkasse Hannover nach einem Preisvergleich. Angesichts der angepeilten hohen Stückzahl war die Differenz „nur noch unerheblich“.
Zurzeit arbeiten in Hannover und Umkreis 100 SB-Einzahler, davon 80 Recycler. Einige Filialen sind derart einzahlungsstark, dass bis zu vier dieser Systeme dort stehen. Traditionell setzte die Sparkasse auf zwei Hersteller. In Sachen Recycling entschied sie sich für die Personas M-Linie von NCR. Die Überlegung dahinter: Wenn der Kunde schon für die Selbstbedienung gewonnen werden soll, muss zumindest die Geldversorgung ohne Unterbrechung klappen, und das ohne Redundanz bei den Geräten; vor allem in Filialen, die nur mit einem Recycler bestückt sind.
Allein das Hybridkonzept von NCR versprach eine derartige weitgehende Verfügbarkeit. Selbst wenn die Einzahlungsfunktion gestört ist, arbeitet das Auszahlungsmodul einwandfrei weiter. Angesichts des hohen Einzahlvolumens schlug auch die hohe Gesamtkapazität der Kassetten positiv zu Buche. Immerhin kann der Recycler 16.800 Noten aufnehmen. Überzeugt hat zudem die Zusage des Herstellers, bei den Auszahlern eine generelle Ausfallsicherheit zwischen 97 und 99 Prozent zu erreichen, bei den Einzahlern von über 95 Prozent. Die Marken waren neun Monate später tatsächlich erreicht.
Die Bilanz nach zwei Jahren: Von rund 235.000 SB-Einzahlungen im Jahr 2004 hat die Zahl dieser Posten 2006 auf gut 537.000 zugelegt. Die gesamte SB-Quote ist um zwei Prozentpunkte auf knapp 16,7 Millionen angestiegen. Entscheidend dürfte die Höhe der manuellen Einzahlungen – 2006: 1.465.000 Posten – allerdings erst mit der Einführung von FOnet zu senken sein, wie eine erste Testinstallation belegt.
Für wirklich rechenbare Vorteile sorgte in sehr kurzer Zeit ein Feintuning der SB-Geräte, sowohl im Cash- als auch im Non-Cash-Bereich. Dies war erforderlich, weil mit zunehmender Online-Quote vor allem die Einzahlungen fühlbar sanken, während manuelle und SB-Auszahlungen weiter wuchsen.
Neu festgelegte Schwellwerte und eine Aktivierung der Kontoauszugsfunktion haben dazu geführt, dass von den 320 Kontoauszug-druckern 120 aus den Filialen verschwanden; von den 249 Geldautomaten konnten im ersten Schritt 85, im Folgejahr 2006 nochmals acht abgebaut werden. Allein bei den Geldautomaten brachte die Optimierung Einsparungen von über einer Million Euro pro Jahr. Alles in allem ist der SB-Bereich bei einer Gesamtbetrachtung sämtlicher Kosten und Investitionen auf Einsparungen in Höhe von 600.000 Euro gekommen.
- Patrick Schlicke
ist Teamkoordinator für dezentrale Systeme in der Sparkasse Hannover.
Kontakt: patrick.schlicke@sparkasse-hannover.de
- Rainer Markgraf
ist Referent SB-Technik in der Sparkasse Hannover.
Kontakt: rainer.markgraf@sparkasse-hannover.de

| DBS 2006: |
13,578 Mrd. EUR |
| Konten (Giro): |
1,924 Millionen |
| Mitarbeiter: |
2.670 |
| Filialen: |
106 |
| davon SB-Center: |
9 |
| Geldausgabeautomaten: |
156 |
| SB-Einzahler: |
100 |
|