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03_2007
Mehr als 90 Prozent der Online-Bevölkerung in Deutschland erledigen private Bankgeschäfte ganz oder teilweise über das Internet. Besonders verbreitet ist dieses Verfahren bei Kunden mit höheren Einkommen: Mehr als 95 Prozent der Haushalte mit 2.000 bis 2.500 Euro Nettoverdienst führen ihr Konto per PC. Das sind zehn Prozent mehr als in Haushalten mit geringerem finanziellen Spielraum.
Eine stärkere Akzeptanz auch bei Geringverdienern könnte die Abwicklungskosten für die Banken weiter deutlich senken, da die automatisierte Online-Bearbeitung erheblich günstiger ist als der Einsatz von Filialmitarbeitern. Voraussetzung dafür ist ein größeres Vertrauen in die Sicherheit der Technik. Dies ergab die Trendstudie Bankpräferenzen des Consulting- und Softwarehauses PPI AG in Kooperation mit handelsblatt.com, wiwo.de und dem IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung.
Danach verwenden beinah alle Online-Banking-Nutzer den Service für Überweisungen. Ebenfalls weitverbreitet sind die Verwaltung von Daueraufträgen und Terminüberweisungen. Komplexere Vorgänge aber wie beispielsweise Anlage- und Finanzierungsgeschäfte finden in mehr als der Hälfte der Fälle noch in der Filiale statt. Bankkunden mit mehr als 2.500 Euro Nettoeinkommen nutzen jedoch auch für solche Aufgaben überdurchschnittlich oft das Online-Angebot ihres Kreditinstitutes. Ein gutausgebauter Internet-Service dient somit der Kundenbindung der margenstarken Gutverdiener.
Neben dem Serviceaspekt nutzt ein höherer Online-Nutzungsgrad den Banken, weil dadurch ihre Bearbeitungskosten sinken. Dazu müssen sie jedoch zunächst Vorbehalte gegen die Sicherheit der Technik überwinden: Drei von fünf Nichtnutzern erklären ihr Desinteresse damit, dass ihnen das Risiko zu hoch ist. Konkrete Befürchtungen sind für 43 Prozent der Nichtnutzer Phishing, also der Missbrauch von durch Täuschung erworbenen Zugangsdaten und Transaktionsnummern. Dazu kommen ungeklärte Haftungsfragen bei Online-Betrug (32 Prozent) und Angst vor Viren, Würmern und Trojanern (25 Prozent). Eine erhöhte Sicherheit des Angebots kann die Nutzung der Online-Dienste somit steigern.
Besonders geeignet hierfür sind Maßnahmen, die über einen einfachen Passwortschutz hinausgehen, wie beispielsweise fest- installierte Kundensoftware mit eindeutiger Kennung oder Kartenlesegeräte, durch die der User seine Berechtigung mit seiner Bankkarte belegt. Viele Kreditinstitute bieten entsprechende Möglichkeiten zwar an, machen ihre Kunden jedoch nicht ausdrücklich darauf aufmerksam. Hier gibt es somit noch Potenzial, um die Nutzung der Online-Dienste zu steigern.
Die Trendstudie Bankpräferenzen stellt die Ergebnisse einer Befragung dar, die gemeinsam von der PPI AG, handelsblatt.com, wiwo.de und dem Institut für Management- und Wirtschaftsforschung (IMWF) durchgeführt wurde. Die Daten wurden im Mai/ Juni 2007 erhoben. Insgesamt nahmen 645 Endverbraucher an der Umfrage teil.
www.ppi.de
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