Praxis
04_2007
FinanzIT-FI/CO
Es ist geschafft. Mehr als die Hälfte aller von der FinanzIT betreuten Sparkassen hat FinanzIT FI/CO eingeführt. 2008 werden auch die restlichen 66 Institute auf die neue Rechnungswesenanwendung umgestiegen sein. Zeit für eine Zwischenbilanz: Sie fällt bemerkenswert positiv aus.
Es ist ein Projekt der Superlative, selbst für SAP-Maßstäbe. Inoffiziell gilt der Flächen-Rollout von Finanz-IT-FI/CO im europäischen Raum als der bislang größte Rollout, was die Anzahl der Mandanten betrifft. Innerhalb von nur drei Jahren werden 145 Institute im Gebiet der FinanzIT von der Finanzbuchhaltung (FIBU55) und der Ist-Kostenrechnung (KORE) auf die neue Rechnungswesenanwendung umsteigen.
Erstmals haben die Institute damit eine prozessübergreifende, schnittstellenfreie Sys-temumgebung für die Finanzbuchhaltung inklusive Nebenbücher, für Anlagen- und Materialbuchhaltung sowie das Controlling an der Hand. Von ihr versprechen sie sich mehr Kostentransparenz und Kostenkontrolle zu jeder Zeit.
Der Schwenk erfährt intensive Unterstützung. So werden die Berater etwa 150.000 Kilometer zurücklegen, was drei bis vier Erdumrundungen entspricht, um die erforderlichen Besuchstermine vor Ort wahrzunehmen. 6.000 Schulungstage werden für rund 2.000 Institutsmitarbeitern im Vorfeld stattfinden, damit die Einführung reibungslos über die Bühne gehen kann. 145 Mandanten werden auf einem SAP-System laufen, während es in vielen Installationen typischerweise vier bis fünf sind.
Die FinanzIT hatte das Grundsystem auf Basis von SAP R/3 bereits an die Belange der Sparkassen angepasst, was etwa Jahresabschluss, Initiativausweis und Vier-Augen-Prinzip anbelangt. Zirka 90 Prozent der Anwendung sind voreingestellt und für alle Sparkassen gleich. Der Rest lässt sich an die Gegebenheiten im Institut wie Kontenpläne, Prüfzifferverfahren etc. anpassen.
Dabei wird das FinanzIT-Kernteam von nur 20 externen Siemens-Beratern unterstützt, an die das geballte Wissen in kürzester Zeit in einer Art Schneeballsystem weitergegeben werden musste. Ganze fünf Monate sind pro Institut für die gesamte Umstellung vorgesehen, inklusive Vorbereitung und Bestandsaufnahme, Schulung am System sowie Test- und Produktivmigration.
Dank der Industrialisierung des Rollouts sind nach zwei Jahren zum Ende 2007 bereits 78 Sparkassen umgestellt, was auf die hochgradige Standardisierung und Parallelisierung der Arbeiten zurückzuführen ist.
Der Nutzen von FinanzIT-FI/CO ist vielschichtig. So verkürzte sich der Aufwand für den Jahresabschluss bei der KSK Walsrode um eine ganze Woche. Für das Jahr 2006 lag er in Form von Bilanz und GuV bereits am 11. Januar 2007 vor.
Im Oktober 2009 wird das Projekt komplett abgeschlossen sein. Projektstarttermine für die restlichen Umsteiger sind der 1. Februar, der 1. April und der 1. Mai 2008. Die ersten Kickoff-Veranstaltungen beginnen im Januar des nächsten Jahres.
Dank des standardisierten Vorgehens ist es nicht nur gelungen, die verabredeten Zeitrahmen einzuhalten, sondern auch die neue Anwendung einzuführen, ohne qualitative Einbußen und ohne dass gravierende fachliche Probleme auftraten.
Das schlug sich sehr konkret in der Kundenzufriedenheit nieder. Die Rückmeldungen der Kunden sind positiv. „Besonders bei den Kategorien Termintreue, Qualität der Durchführung und Beraterleistung haben wir Bestnoten bekommen“, so die Projektleiter Stephan Stark (FinanzIT) und Bernhard Beier (Siemens).
Die Zufriedenheit der Sparkassen zeigt, dass das Rollout-Paket richtig geschnürt ist. Das Mischungsverhältnis aus Vor-Ort-Unterstützung, Mitwirkungspflicht der Institute und technische Unterstützung kommt bei den Kunden sehr gut an.
Die Beurteilung des Preis-/Leistungs-Verhältnisses ist eher gut bis durchschnittlich. Daher stellt sich für das nächste Jahr die Aufgabe, den Zugewinn bei Funktion und Nutzen im Vergleich zum Altprodukt stärker zu akzentuieren.
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