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 Lösungen 



Klimawandel im Rechenzentrum

 

 
Green IT – das steht für klimaschonende Informations-Technologie. Auch für die FinanzIT sind energieeffiziente Systeme seit langem ein Thema. Jetzt untersucht ein übergreifendes Projekt nachhaltige Ansätze für den Rechenzentrums-Betrieb.

 

"Fassen Sie mal an!“ Angenehm handwarm ist die Rückwand des Blade-Server-Schranks. Jochen Bermond, Abteilungsleiter im technischen Facility Management der FinanzIT, öffnet die Tür. Jetzt faucht trockene heiße Luft aus dem Gebläse der Rechnereinschübe. Sie wird im Schrank angesogen, eben dort wassergekühlt und auf der abgetrennten Vorderfront des Rack seitlich wieder eingeblasen.

 

Die Klimatisierung eines Rechenzentrums ist maßgeblich für den Energieverbrauch, sie schlägt mehr zu Buche als der Stromhunger der Prozessoren. „Daher hat sich die FinanzIT frühzeitig dieses Themas angenommen“, erklärt Bermond. Wichtig ist die Aufteilung der Rechnereinheiten im Raum, um unterschiedliche Klimazonen zu schaffen und so genannte Hot Spots zu verhindern. Dies gelingt unter anderem mit der Wasserkühlung der Blade-Racks. Das A und O ist die richtige Parameter-Einstellung für Temperatur und Luftvolumenströme.

 

Denn die Luftversorgung ist anspruchsvoll: In der Serverfarm der zentralen Produktionsplattform entstehen auf rund 400 Quadratmetern Fläche beziehungsweise in 1.500 Kubikmetern Raum rund 250.000 Kubikmeter Heißluft pro Stunde, für die bis zu 950 Kilowatt elektrische Leistung und noch einmal die gleiche Menge Kälteleistung
zur Kühlung bereitstehen.

 

Selten liegen ökonomische und ökologische Interessen so nah beieinander wie beim Thema nachhaltige Computertechnologie. Dezentrale Rechner in den Instituten verbrauchen oftmals bei geringer Auslastung, an Wochenenden sogar im Leerlauf, fast ebenso viel Strom wie unter Volllast. Zentrale Produktion ist der Weg, um die Rechnereinheiten optimal auszulasten. Bereits seit 2004 bietet die FinanzIT ihren Kunden diesen zentralen Serverbetrieb an, so dass bei den Instituten vor Ort nur noch einfache Arbeitsplatzrechner, Thin Clients,
benötigt werden.

 

Den Technikern der FinanzIT gelingt es, im zentralen Betrieb die modernen Großrechner gemäß ihrem effizientesten Leistungsprofil zu fahren. Die richtige Schalttechnik ist der Stellhebel dazu. Dabei wird die Stromaufnahme der einzelnen Blade-Server in Abhängigkeit zum Lastprofil gemessen. Geplant ist nun, in betriebsarmen Zeiten einzelne Blades automatisiert aus der Terminalserverfarm abzuschalten und erst bei Bedarf wieder zu voller Leistung hochzufahren.

 

Weil die FinanzIT-Produktion früh auf neue Rechnergenerationen im Mainframe-Bereich wechselte und damit die Anzahl der physikalischen Maschinen reduzierte, hat sie bereits erhebliche Sparpotenziale erschlossen. Etwas mehr als ein Drittel der bisherigen Maschinen erzeugen nun mehr als die doppelte Rechenleistung. Stromverbrauch und Abwärmemengen hingegen haben sich nur leicht erhöht. Bezogen auf die Recheneinheit ist die Energieeffizienz also deutlich verbessert.

 

Doch lässt sich nicht auch die IT selbst mit ihren eigenen Mitteln zu Strom sparenden und klimaschonenden Prozessen bringen? Die Zauberformel lautet: Virtualisierung. Sie stellt Prozessoren, Speicher und Plattenkapazität eines physischen Servers gleich mehreren virtuellen Einheiten zur Verfügung. „Damit sorgen wir nicht nur für eine optimale Auslastung. Virtualisierte Systeme lassen sich zudem besser warten, so dass unsere Kunden vom verbesserten Service profitieren“, so Bermond. Die Zahlen: Ohne Virtualisierung sind die x86-Server nur zu 30 bis 40 Prozent ausgelastet. Die FinanzIT strebt bis 2009 rund 70 bis 80 Prozent Auslastung an.

 

Auf die Frage, ob unter der Virtualisierung und Konsolidierung nicht die Ausfallsicherheit leidet, beruhigt er: „Ganz im Gegenteil, mit Virtualisierung lassen sich Not- und Ausfallkonzepte sogar einfacher realisieren als mit herkömmlichen Techniken.“

 

Und wie steht es nun um die Klima-Bilanz? „Durch das vorgelagerte Blockheizkraftwerk mit zwei Megawatt elektrischer Leistung reduzieren wir den CO2-Ausstoß um rund 4.000 Tonnen CO2 pro Jahr. Das sind 20 Prozent weniger gegenüber einer konventionellen Erzeugung“, erläutert Bermond. Die FinanzIT wird die Energieeffizienz ihrer Rechenzentren in diesem Jahr voraussichtlich um zwölf Prozent steigern. 2007 waren es bereits acht Prozent.

 

In die Gesamtbetrachtung gehört aber auch die Senkung von Energieverbrauch und -kosten der Institute, die jetzt zentral versorgt werden. Bermond ist überzeugt: „Diese Aufgabenteilung zwischen unseren Kunden und uns als ganzheitlichem IT-Dienstleister rechnet sich in Euro und Cent und für die Umwelt.“

 

 

  • Jochen Bermond leitet das Technische Facility Management und zeichnet für das Projekt Green-IT verantwortlich. Wesentlicher Erfolgsfaktor des Projekts ist für ihn die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Softwarearchitektur, IT- Produktion, Facility Management und Hardware-Herstellern.

    Jochen.Bermond(at)FinanzIT.com
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Der Geschäftsbericht 2006 liefert  Details über das Geschäftsjahr 2006 und Informationen aus den FinanzIT-Geschäftsfeldern. Neben den Finanzinformationen finden Sie eine Kennzahlenübersicht

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Letzte Aktualisierung: 23.04.2008