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 Strategie 



Aus der Vergangenheit lernen – die Zukunft im Blick

Von Claus Friedrich Holtmann und Thomas Mang

 

Das Ergebnis zählt. Das gilt unisono in der Finanz- wie in der IT-Branche. Mit Vollendung ihrer ersten fünf Jahre zum 1. Januar 2008 fällt für die FinanzIT ein Zwischenresümee angesichts der kurzen Innovationszyklen in der IT durchaus erfolgreich aus – sowohl aus finanzieller als auch aus innovativer, organisatorischer und strategischer Perspektive.

 

Die Motive im Jahr 2003 für den Zusammenschluss von den damaligen IT-Häusern dvg, nbg, dvs und SIK zur FinanzIT fokussierten – wie seinerzeit alle Fusionen – speziell die IT-Kosten: Die Sparkassen-Finanzgruppe setzte in ihrer Strategie zur weiteren Stärkung ihrer Wettbewerbsposition auf die verbesserte Ausschöpfung von Erlöspotenzialen, Kostensenkungen sowie Verbesserungen der Arbeitsteilung im Verbund.

 

Die hoch qualifizierten Mitarbeiter in Hannover, Berlin, Leipzig und Saarbrücken verstanden die Chance. Konzentriert optimierte der IT-Dienstleister seine IT-Effizienz. Aus direkter Kenntnis der Geschäftsabläufe in den Sparkassen, Landesbanken und bei den Verbundpartnern rückten der Kundennutzen und die Prozessketten in den Instituten in den Mittelpunkt der Entwicklungs- und Service-Aktivitäten.

 

Wachstum gegen den Trend. Die FinanzIT wuchs dadurch seit 2003 gegen den Markttrend und beendete ihr Fusionsprogramm sogar ein Jahr früher als geplant. Die Nettosynergien belaufen sich auf 73 Millionen Euro jährlich gegenüber den Ursprungskosten.

 

Ob Industrialisierung im Produktionsumfeld, Systemmodernisierungen oder der Wandel von einer funktionalen Organisationsstruktur in eine Competence-Center-Organisation entlang den Liefer- und Leistungsketten – jeder Baustein leistet einen wichtigen Beitrag zur IT-Effizienz und seit zwei Jahren zum Kostensenkungsprogramm, das vorsieht, die Kosten zusätzlich bis 2009 stufenweise um 100 Millionen Euro per anno zu senken.

 

Dem Ziel einer effizienten IT dienen außerdem ein professionelles Skill-, Karriere-, Gehalts- und Projektmanagement. Erhöhte Qualität entsteht durch Service-Level-Vereinbarungen mit den Kunden und Key-Account-Teams bei den Kunden sowie durch die gebündelte, durchgängige Verantwortung für Kundenanwendungen. Unternehmerisches Denken und Handeln fördern ein neues Leistungsbewusstsein. Interne Steuerungsinstrumente wie eine Balanced Scorecard oder eine Zielvereinbarungskultur bilden dies bis auf Geschäftsführungsebene ab.

 

Die Kunden und Gesellschafter profitieren dadurch von einer Transparenz auf allen Ebenen. Dazu gehört selbstverständlich auch ein Projektberichtswesen. Bei gleichzeitiger Leistungssteigerung sanken so die zentralen IT-Kosten seit 2003 für die von der FinanzIT betreuten Institute in elf Bundesländern um durchschnittlich mehr als 20 Prozent. 2007 gab das Unternehmen weitere Preissenkungen von 45 Millionen Euro weiter.

 

Die Qualität bewertet bekanntlich der Betrachter. Gesellschafter und Kunden stellen heute fest, dass die FinanzIT den Marktvergleich nicht scheuen muss, aber sich dennoch auf Grund ihrer spezifischen Kompetenz von beliebigen Marktanbietern unterscheidet. Neben der Landsbanken-, Zahlungsverkehrs-, Selbstbedienungs- und SAP-Expertise gehört zu den herausragenden IT-Lösungen beispielsweise die mehrfach prämierte Internet-Filiale oder die Finanzdienstleistungsfiliale (FDL) auf der Himalaya-Plattform.

 

FinanzIT-Institute nutzen an mehr als 70.000 Arbeitsplätzen die Verbundplattform Himalaya sowie zum Großteil das marktführende Frontend-System Himalaya/FDL. Derzeit sind 26 Verbundpartner in die netzzentrierte Plattform eingebunden. So verkaufen die Bankmitarbeiter alle gängigen Verbundprodukte und Wertpapiere umfänglich ohne Systemwechsel oder Medienbruch ebenso wie ein Sparkassenprodukt bis hin zum unterschriftsreifen Vertrag – auch mit elektronischer Unterschrift und Archivierung für Sparkassenprodukte – oder Antrag.

 

Ob Online-Kreditantrag mit vorbehaltlicher Kreditzusage oder Tagesgeldgeschäft: 140 Institute verzeichnen mit der Internet-Filiale Steigerungen der Online-Anträge um durchschnittlich 80 Prozent sowie eine bis zu zehnfache Steigerung der legitimierten Anträge – bislang allein auf Grund einer neuen vertriebsorientierten Gestaltung. Inzwischen zum vierten Mal in Folge gingen die die Internet-Filiale beziehungsweise ihre Module nutzenden Institute als Testsieger der Vergleichsstudie des ibi-Website-Rating hervor.
Aktuell setzt das Systemhaus eine Vielzahl regulatorischer Anforderungen um und rollt in industrialisierter Form eine an die Belange der Sparkassen angepasste neue Rechnungswesenanwendung auf SAP R/3-Basis aus. Mit einer neuen Zentralen Produktionsplattform entlastet die FinanzIT Banken, Sparkassen und Fabriken um den Betrieb der eigenen Rechner- und Anwendungslandschaft.

 

Als Erfolgsfaktoren für die hohe Innovations- und Veränderungsgeschwindigkeit hat sich eines herauskristallisiert: die Kompetenz und das Engagement der Mitarbeiter sowie der Grundkonsens zwischen Arbeitnehmern und Geschäftsführung.

 

Zu Jahresbeginn besteht nun die Option, zusammen mit der Sparkassen Informatik das IT-Know-how in der Sparkassen-Finanzgruppe zu bündeln. Ersten Schätzungen zufolge sind nach der Migrationsphase Synergiepotenziale in dreistelliger Millionen Euro-Höhe jährlich zu realisieren. Entscheidend für die Überlegungen ist, die Strategieführerschaft in der Sparkassen-Finanzgruppe zu sichern, verbundkonforme Lösungen mit Fokus auf Sparkassen zu realisieren und die umfangreichen Synergien vollständig den Instituten zugute kommen zu lassen – aber auch zugleich eine hohe Anzahl qualifizierter Arbeitsplätze in den Regionen zu sichern.
Angesichts des unveränderten Wettbewerbsdrucks in der Banken-Branche und keinem Ende der regulatorischen Anforderungen benötigen die Institute einen effizient aufgestellten IT-Dienstleister und ein intelligentes Management der IT-Komplexität. Expertise, die eine FinanzIT einbringt. Mit der Lernerfahrung aus der Vergangenheit gilt mit Blick in die Zukunft somit auch weiterhin: Das Ergebnis zählt – insbesondere für ein neues Unternehmen.

 

 

Thomas Mang ist Präsident des Sparkassenverbands Niedersachsen

Claus Friedrich Holtmann ist geschäftsführender  Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbands

 

 


FinanzIT-Gesellschafter stimmen gemeinsamer Absichtserklärung grundsätzlich zu

 

Ein weiterer Meilenstein in den Gesprächen zwischen den beiden IT-Dienstleistern FinanzIT und Sparkassen Informatik ist erreicht. Am 10. Januar 2008 haben die Gesellschafter der FinanzIT die bereits am 21. Dezember 2007 unterzeichnete Absichtserklärung zur Gründung eines gemeinsamen IT-Dienstleisters für die gesamte Sparkassen-Finanzgruppe in Deutschland grundsätzlich beschlossen.

 

Bis Ende des ersten Quartals 2008 soll zusammen mit der Sparkassen Informatik ein detailliertes Fusionskonzept (Blaupause) entwickelt werden, das die Grundlage für die endgültigen Entscheidungen bildet. Mit diesen Entscheidungen ist bis Mitte 2008 zu rechnen. Die Gründung des neuen IT-Dienstleisters würde dann rückwirkend zum 1. Januar 2008 erfolgen.
Grundlage der Absichtserklärung und für den Beschluss vom 10. Januar waren die in einem gemeinsamen Projekt bisher erarbeiteten Eckpunkte. Eine paritätisch mit Gesellschaftervertretern beider Häuser besetzte Verhandlungskommission hat die Absichtserklärung erarbeitet.

 

Nach einer erfolgten Vereinheitlichung der Systeme, die nach rund fünf Jahren vorgesehen ist, wird mit Einsparungen von mindestens 200 Millionen Euro jährlich gerechnet.

 

Am 22. Februar haben auch die Gesellschafter der Sparkassen Informatik die gemeinsame Absichtserklärung bestätigt. Damit ist ein weiterer wichtiger Meilenstein zur Zusammenführung beider Unternehmen erreicht.

 

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Geschäftsbericht 2006

Der Geschäftsbericht 2006 liefert  Details über das Geschäftsjahr 2006 und Informationen aus den FinanzIT-Geschäftsfeldern. Neben den Finanzinformationen finden Sie eine Kennzahlenübersicht

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Letzte Aktualisierung: 04.03.2008