Strategie
01_2008
Migration
Die Gremien der FinanzIT und der Sparkassen Informatik haben die Absichtserklärung für die Fusion der beiden IT-Dienstleister unterzeichnet. Basis für die neue Anwendungslandschaft soll das Gesamtbanksys¬tem OSPlus werden. Worauf es bei der geplanten Migration ankommt, erläutert John Marquardt, Bereichsleiter Vertrieb bei der FinanzIT.
Herr Marquardt, vorausgesetzt, die Fusion von FinanzIT und Sparkassen Informatik wird im Sommer dieses Jahres rechtlich vollzogen, dann sollen nach aktuellem Planungsstand alle Sparkassen bis Ende 2011 auf OSPlus umgestellt sein. Ist das nicht ein sehr ehrgeiziger Zeitplan?
Keine Frage. Die geplante Migration auf OSPlus stellt eine Herausforderung für jede einzelne Sparkasse dar: Schließlich gilt es, die eigene Produktpalette kritisch zu würdigen und die Chancen zur Standardisierung zu nutzen. Und nicht nur das, auch die Geschäftsprozesse können durch diese Standardisierung gestrafft und optimiert werden. Die Einführung von OSPlus ist daher deutlich mehr als ein rein technisches IT-Projekt und fordert das gesamte Institut während der veranschlagten neun Monate Projektlaufzeit. Unsere Aufgabe als IT-Dienstleister wird ganz wesentlich darin bestehen, neben der reinen Überleitung der Daten in das OSPlus der einzelnen Sparkasse mittels standardisierter Methoden und Verfahren vor allem das Fundament für eine erfolgreiche Umstellung bereitzustellen.
Das Verfahren ist ja bereits erprobt.
Ja, das stimmt. Glücklicherweise liegen eine Menge Erfahrungen aus den vorangegangenen Migrationen auf OSPlus vor. Sie fließen selbstverständlich in die Migrationsplanung ein – angefangen bei der straffen Projektplanung über die Form, wie wir das Wissen zum Umgang mit den neuen Anwendungen transferieren werden, bis hin zur Migration in Serien. Nach jetzigem Planungsstand sollen bis zu 25 Institute parallel auf das neue Gesamtbanksystem umstellen.
Hinzu kommt: Das Unterstützungsangebot für die Sparkassen hat sich im Laufe des bisherigen Migrationsprozesses der badischen, württembergischen, rheinischen, rheinland-pfälzischen und bayrischen Sparkassen immer weiter verfeinert. Heute existiert ein ausgereiftes und vor allem erfolgreich erprobtes Angebot, um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Sparkassen mit der neuen Arbeitsumgebung unter OSPlus vertraut zu machen. 220 Sparkassen sind damit schon ausgebildet und übergeleitet worden. Und nicht zuletzt gibt es eine klare Rollenverteilung im Migrationsprozess, die sich bewährt hat. Damit weiß jeder der Beteiligten ganz genau, was er zu tun hat.
Was ist denn unter einer solchen „klaren Rollenverteilung“ zu verstehen?
Das heißt: Die Sparkassen führen den sparkasseninternen Teil ihrer Migrationsprojekte zwar mit Unterstützung des IT-Dienstleisters, aber letztlich in Eigenverantwortung durch. Gleiches gilt für sämtliche Aktivitäten, die im engeren Sinne nicht Bestandteil der Migration sind – etwa die Optimierung der Anwendungslandschaft oder die Neugestaltung von Prozessen. Auch sie liegen in der Verantwortung der Sparkassen.
Unsere Aufgabe als IT-Dienstleister ist es, den Instituten eine Unterstützung anzubieten, die es den Häusern ermöglicht, OSPlus reibungsarm einzusetzen. Hier bauen wir auf der guten Zusammenarbeit aus den vergangenen gemeinsa-men und erfolgreichen Roll-Out-Projek-ten auf, bei denen sich unsere Institute mit einer hervorragenden Projektkompetenz sehr engagiert und professionell eingebracht haben und damit einen – wenn nicht den – wesentlichen Beitrag zum Gelingen der Projekte geleistet haben.
Die skizzierte klare Aufgabenteilung ist zusammen mit der erforderlichen präzisen Verzahnung von Sparkasse und Rechenzentrum einer der entscheidenden Erfolgsfaktoren: Sie erlaubt nicht nur ein absolut strukturiertes Vorgehen, sondern auch die akribische Planung jedes einzelnen Schritts. Anders – und das zeigen die Erfahrungen der vorangegangenen Migrationen – ist ein solch komplexes Unterfangen auch nicht zu handhaben.
Sie haben die Unterstützung der Sparkassen durch den IT-Dienstleister bereits angesprochen. Was können die Institute denn erwarten?
Die Sparkassen werden alle für die Migration erforderlichen Informationen und Hilfsmittel angeboten bekommen. Dazu gehören beispielsweise Projektpläne mit detailgenauen Planungen, Checklisten, Schulungen und Fachgespräche. Eine Komplettübersicht über die einzelnen Komponenten, die wir den Instituten zur Verfügung stellen werden, liefert der OSPlus-Campus, eine elektronische Wissensplattform. Im Rahmen der Migrationsvorbereitungen, genauer: mit dem Serienstart, werden die Sparkassen darauf Zugriff erhalten.
Welche Vorbereitungen müssen die Institute im Vorfeld der Migration treffen? Mittlerweile haben alle Regionalverbände Projekte in Planung beziehungsweise begonnen mit dem Ziel, die Institute bestmöglich auf die Migration vorzubereiten. Der Blick richtet sich dabei insbesondere auf drei Handlungsfelder: die Konsolidierung des Anwendungsportfolios inklusive Schnittstellen, die Straffung des Produktportfolios der Sparkassen sowie die Schaffung von Transparenz des Ist-Zustands in allen IT-relevanten Bereichen.
Noch eine letzte Frage: Wer ist denn in den nächsten Wochen und Monaten Ansprechpartner für die Institute?
Wie bisher werden das die Kundenbetreuer sein, die den Sparkassen bekannt sind. Sie stehen auch weiterhin persönlich zur Verfügung. Für alle fachlichen Fragen, die das FinanzIT-Portfolio betreffen, bleiben ebenfalls die bisherigen bekannten Kanäle erhalten. Die Migrationsserien werden durch die Serienprojektteams gesteuert und durch die jeweiligen Serienprojektleiter verantwortet. Hier werden die Sparkassen Kontakt zu den entsprechenden Projektteams haben, was aber auch schon heute im Projektgeschäft normal ist. Insgesamt wird die Migration ein hartes Stück Arbeit werden. Aber da unsere Sparkassen im Projektgeschäft gut aufgestellt sind, werden wir das, was viele Institute bereits erfolgreich umgesetzt haben, ganz sicher schaffen.
|